Preiskalkulations-Rechner 2026
Stand April 2026Bei 100 € Materialeinzelkosten, 10 % Materialgemeinkosten, 50 € Fertigungslohn und 120 % Fertigungsgemeinkosten ergibt sich: Herstellkosten 220 €. Plus 10 % Verwaltung + 8 % Vertrieb = Selbstkosten 260 €. Plus 15 % Gewinn = Barverkaufspreis 299 €. Plus 3 % Skonto und 10 % Rabatt = Zielverkaufspreis 342 €. Plus 19 % USt = 407 € brutto.
Verkaufspreis (brutto)
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So funktioniert der Preiskalkulations-Rechner
Der Rechner setzt die klassische Zuschlagskalkulation um – die in Deutschland am weitesten verbreitete Preisbildungsmethode in Industrie, Handwerk und Handel. Stufe für Stufe werden Gemeinkostenzuschläge aufaddiert, bis aus den Einzelkosten der Bruttoverkaufspreis wird.
Alternativ unterstützt der Rechner die retrograde Kalkulation: Vom marktüblichen Verkaufspreis wird rückwärts gerechnet, welchen maximalen Einkaufspreis oder welche maximalen Selbstkosten Sie sich leisten können. Das ist in gesättigten Märkten realistischer als die Vorwärtskalkulation.
Das Kalkulationsschema in der Zuschlagskalkulation
Materialeinzelkosten
+ Materialgemeinkosten-Zuschlag (MGK)
= Materialkosten
+ Fertigungseinzelkosten
+ Fertigungsgemeinkosten-Zuschlag (FGK)
+ Sondereinzelkosten der Fertigung
= Herstellkosten
+ Verwaltungsgemeinkosten-Zuschlag (VwGK)
+ Vertriebsgemeinkosten-Zuschlag (VtGK)
+ Sondereinzelkosten des Vertriebs
= Selbstkosten
+ Gewinnzuschlag
= Barverkaufspreis
+ Skonto
= Zielverkaufspreis
+ Rabatt
= Listenverkaufspreis netto
+ Umsatzsteuer (19 % / 7 %)
= BruttoverkaufspreisDie Prozentsätze für jede Stufe ergeben sich aus der Kostenrechnung: Gemeinkosten ÷ Bezugsbasis × 100. Beispiel: Wenn Material-Gemeinkosten 50.000 € und Material- Einzelkosten 500.000 € betragen, liegt der MGK-Zuschlag bei 10 %.
Rechenbeispiel: Tischlerei-Werkstück
| Position | Betrag |
|---|---|
| Materialeinzelkosten (Holz, Beschläge) | 100,00 € |
| + MGK-Zuschlag 10 % | 10,00 € |
| Materialkosten | 110,00 € |
| + Fertigungslohn (2 h × 25 €) | 50,00 € |
| + FGK-Zuschlag 120 % | 60,00 € |
| Herstellkosten | 220,00 € |
| + VwGK 10 % | 22,00 € |
| + VtGK 8 % | 17,60 € |
| Selbstkosten | 259,60 € |
| + Gewinn 15 % | 38,94 € |
| Barverkaufspreis | 298,54 € |
| + Skonto 3 %, Rabatt 10 % | 43,40 € |
| Zielverkaufspreis netto | 341,94 € |
| + USt 19 % | 64,97 € |
| Bruttoverkaufspreis | 406,91 € |
Marge (Gewinn ÷ Selbstkosten): 15 %. Rohertrag (Bruttopreis − Einkauf): 307 €.
Skonto und Rabatt: Vorwärts vs. Rückwärts
Klassischer Fehler: Skonto und Rabatt einfach aufaddieren. Richtig: Beide werden vom Zielverkaufspreis zurückgerechnet, damit nach Abzug noch genug für Selbstkosten und Gewinn übrig bleibt.
Zielverkaufspreis = Barverkaufspreis ÷ (1 − Skonto) ÷ (1 − Rabatt)
Beispiel: 100 € ÷ 0,97 ÷ 0,90 = 114,55 €
Nicht: 100 € × 1,13 = 113 € (Fehler)Der Unterschied wirkt klein, entscheidet bei knapper Kalkulation aber über Gewinn oder Verlust. Wer Rabatte und Skonto falsch rechnet, baut einen systematischen Verlust in jede Rechnung ein.
Typische Fehler bei der Preiskalkulation
- Gemeinkosten unterschätzen. Viele Solo-Unternehmer rechnen nur mit 20–30 % Zuschlag – realistisch sind oft 60–100 %. Ergebnis: Die Selbstkosten sind höher als gedacht.
- Skonto und Rabatt addieren. 3 % + 10 % = 13 % wirkt logisch, ist aber kaufmännisch falsch. Ergebnis: 1–2 % Marge pro Auftrag verloren.
- Zu alte Zuschlagssätze. Wer seit 5 Jahren mit gleichen Sätzen rechnet, hat Inflation und Lohnsteigerungen ignoriert. Mindestens jährlich aktualisieren.
- Marge vs. Aufschlag verwechseln. 50 % Aufschlag ≠ 50 % Marge. 50 % Aufschlag entspricht 33,3 % Marge.
- Umsatzsteuer vergessen. B2C-Angebote müssen brutto kommuniziert werden. Wer netto anbietet und nachträglich 19 % aufschlägt, riskiert Ärger.
Handelskalkulation vs. Industriekalkulation
Handelskalkulation beginnt mit dem Listeneinkaufspreis des Lieferanten. Davon werden Liefererrabatt und Liefererskonto abgezogen, dann Bezugskosten (Fracht, Versicherung) addiert → Bezugspreis. Plus Handlungskosten → Selbstkosten. Plus Gewinnzuschlag → Barverkaufspreis. Plus Kundenskonto und Kundenrabatt → Listenverkaufspreis.
Industriekalkulation beginnt mit Material- und Fertigungskosten, weil das Unternehmen selbst produziert. Das Schema ist länger, die Logik identisch: Vollkostendeckung plus Gewinn. Kleinbetriebe nutzen häufig die einfache Handelskalkulation auch für produzierende Tätigkeit – ausreichend, solange die Zuschlagssätze realistisch sind.
Beispielrechnungen
| Eingabe | Ergebnis |
|---|---|
| 50 € EK · 30 % Aufschlag · 19 % USt | 77,35 € brutto |
| 100 € EK · 50 % Aufschlag · 19 % USt | 178,50 € brutto |
| 100 € Material · 120 % Zuschlag · 19 % USt | 407 € brutto |
| 200 € EK · 40 % Aufschlag · 7 % USt | 299,60 € brutto |
| 500 € EK · 25 % Aufschlag · 19 % USt | 743,75 € brutto |
| 1.000 € SK · 20 % Gewinn · 3 % Skonto | 1.237 € Zielpreis |
Haeufige Fragen
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Letzte Aktualisierung: April 2026 | Quellen: Wöhe – Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, HGB – Bewertungsvorschriften, IHK – Kalkulation im Einzelhandel, Statistisches Bundesamt – Kostenstrukturerhebung