Rechner Welt

Zinseszinsrechner 2026

Stand April 2026

100 € monatlich über 30 Jahre bei 7 % Rendite ergeben 121.997 € Endkapital – bei nur 36.000 € Einzahlungen. Der Zinseszins trägt damit rund 86.000 €. Bei 20 Jahren Laufzeit sind es 52.093 €, bei 10 Jahren nur 17.409 €. Die 72-Regel zeigt: Bei 7 % Rendite verdoppelt sich das Kapital alle gut 10 Jahre.

0,00 €500.000,00 €
0,00 €5.000,00 €
0 %15 %
1 Jahre50 Jahre

Endkapital

144.572,72 €

Eingezahlt
- 58.000,00 €
Zinsen
86.572,72 €
Eingezahlt gesamt58.000,00 €
Zinsen gesamt86.572,72 €
Endkapital144.572,72 €

Wie lange läuft Ihr Sparplan schon?

So funktioniert der Zinseszinsrechner

Der Zinseszinsrechner berechnet, wie sich ein Startkapital plus regelmäßige Sparraten über einen gewählten Zeitraum entwickeln, wenn die jährlichen Zinsen (oder Renditen) am Ende jeder Periode dem Kapital zugeschlagen werden. Dieser Effekt – Zinsen auf Zinsen – ist das mathematische Fundament jedes Sparplans, ETF-Depots oder Aktienportfolios.

Der Rechner unterscheidet drei Szenarien: reine Einmalanlage (z. B. 10.000 € fest anlegen), reiner Sparplan (monatlich einzahlen, Startkapital 0) und die Kombination aus beidem. Zusätzlich lassen sich Steuern (Abgeltungsteuer 25 % + Soli) und Inflation abbilden, um die reale Kaufkraft nach der Laufzeit zu sehen.

Die Zinseszinsformel

Einmalanlage:  K_n = K_0 × (1 + i)^n
Sparplan:      K_n = R × ((1 + i)^n − 1) ÷ i
Kombination:   K_n = K_0 × q^n + R × (q^n − 1) ÷ (q − 1)
  mit q = 1 + i, i = Zinssatz pro Periode

Rechenbeispiel: 10.000 € Startkapital plus 200 € monatlich, 6 % p. a. über 20 Jahre. Zinssatz pro Monat: 0,5 %. Endkapital = 10.000 × 1,005²⁴⁰ + 200 × ((1,005²⁴⁰ − 1) ÷ 0,005) = 33.102 € + 92.408 € = 125.510 €. Die Einzahlungen (10.000 + 20 × 12 × 200 = 58.000 €) machen nur 46 % aus – der Rest ist Zinseszins.

Rechenbeispiel: 100 € pro Monat über 40 Jahre

Nach ... JahrenEinzahlungenEndwert (7 %)
5 Jahre6.000 €7.201 €
10 Jahre12.000 €17.409 €
20 Jahre24.000 €52.093 €
30 Jahre36.000 €121.997 €
40 Jahre48.000 €262.481 €

Der Zinseszins übersteigt nach etwa 16 Jahren die Einzahlungen – ab dort arbeitet Ihr Kapital mehr für Sie, als Sie es selbst tun.

Was ändert sich 2026

  • Sparer-Pauschbetrag: 1.000 € pro Person (2.000 € bei Ehepaaren) – unverändert zu 2025. Kapitalerträge darüber werden mit 25 % Abgeltungsteuer + 5,5 % Soli belastet.
  • Vorabpauschale: Für thesaurierende Fonds/ETFs wird jährlich ein fiktiver Ertrag besteuert. Der Basiszins für 2026 wird voraussichtlich 2,5 % betragen – das ergibt bei 100.000 € Depot rund 1.750 € steuerpflichtig.
  • Zinsniveau: Nach den EZB-Senkungen 2024 – 2025 liegen Tagesgelder 2026 bei 2,5 – 3,5 %, Festgelder bei 3,0 – 4,0 % – deutlich über dem Niveau der 2010er-Jahre.
  • Inflation: Die EZB strebt weiterhin 2 % an. Mittelfristig sind nach DIW-Prognose 2,0 – 2,5 % realistisch.

Typische Fehler bei der Zinseszinsrechnung

  • Brutto- statt Nettorendite nutzen. 7 % ETF-Rendite werden nach 25 % Abgeltungsteuer real zu rund 5,25 %. Wer ohne Steuern rechnet, überschätzt das Endkapital um ca. 25 %.
  • Inflation vergessen. 100.000 € in 30 Jahren haben bei 2 % Inflation nur die Kaufkraft von heute 55.207 €.
  • Zu hohe Rendite annehmen. 10 % p. a. sind historisch in wenigen Jahrzehnten möglich, aber nicht garantiert. Für langfristige Planung 5 – 6 % real oder 7 – 8 % nominal ansetzen.
  • Sparrate nicht dynamisieren. Wer 30 Jahre lang 100 € einzahlt, zahlt real immer weniger ein. Eine Dynamik von 2 % pro Jahr hält den realen Sparfluss konstant.
  • Auf den falschen Zeitpunkt kapitalisieren. Zinsen am Monatsbeginn oder Monatsende machen über 30 Jahre bis zu 1 % Unterschied – der Rechner nutzt die nachschüssige Zahlung (Rentenendwertformel).

Die 72-Regel: Verdopplungszeit überschlagen

Wer schnell abschätzen will, wann sich sein Kapital verdoppelt, teilt 72 durch den Zinssatz in Prozent. Bei 4 % sind das 18 Jahre, bei 6 % rund 12 Jahre, bei 8 % nur 9 Jahre. Für genauere Werte unter 5 % nutzt man 72, für sehr hohe Zinsen (über 15 %) eher die 69-Regel. Der Zinseszinsrechner liefert die exakte Verdopplungszeit – die 72-Regel reicht aber für das intuitive Verständnis, wieso der Zinseszinseffekt umso stärker wird, je länger Sie investiert bleiben.

Beispielrechnungen

EingabeErgebnis
100 € / Monat · 5 % · 20 Jahre41.103 €
100 € / Monat · 7 % · 20 Jahre52.093 €
100 € / Monat · 7 % · 30 Jahre121.997 €
250 € / Monat · 7 % · 30 Jahre304.993 €
10.000 € einmalig · 5 % · 30 Jahre43.219 €
10.000 € einmalig · 7 % · 30 Jahre76.123 €

Haeufige Fragen

Zinseszins bedeutet, dass Zinsen am Ende jeder Periode dem Kapital zugeschlagen werden und ab der nächsten Periode selbst wieder Zinsen erwirtschaften. Aus einem einmaligen 10.000-€-Sparbetrag bei 5 % p. a. werden nach 10 Jahren 16.288,95 € – von den 6.288,95 € Wertzuwachs sind 1.288,95 € reine „Zinsen auf Zinsen“. Über 30 Jahre wächst die Summe auf 43.219,42 €, der Zinseszins-Anteil beträgt dann schon 23.219,42 €. Deshalb bezeichnete Einstein den Effekt angeblich als „achtes Weltwunder“.
Die klassische Formel lautet: Endkapital = Startkapital × (1 + Zinssatz ÷ 100)^Jahre. Beispiel: 10.000 × (1,05)^10 = 16.288,95 €. Bei zusätzlichen monatlichen Sparraten gilt die sogenannte Rentenformel: End = Startkapital × q^n + Rate × ((q^n − 1) ÷ (q − 1)), wobei q = 1 + Zinssatz pro Monat ÷ 100. Der Rechner rechnet wahlweise mit jährlicher, halbjährlicher, quartalsweiser oder monatlicher Verzinsung.
Das hängt von Zins und Zeit ab. Bei 6 % Rendite p. a. und 20 Jahren Ansparzeit reichen rund 217 € pro Monat. Bei nur 10 Jahren Laufzeit sind schon 612 € nötig, bei 30 Jahren dagegen nur 100 €. Wer stattdessen mit 2 % rechnet, braucht für 100.000 € in 20 Jahren bereits 340 € pro Monat. Faustregel: Jede Verdopplung der Ansparzeit reduziert die nötige Rate um 60 – 70 % – wenn die Rendite stimmt.
Je länger die Laufzeit, desto dramatischer die Wirkung. 100 € monatlich bei 7 % Rendite ergeben nach 10 Jahren 17.409 €, nach 20 Jahren 52.093 €, nach 30 Jahren 121.997 € und nach 40 Jahren 262.481 €. Die Einzahlungen summieren sich in 40 Jahren auf 48.000 €, der Rest – über 80 % – ist reiner Zinseszins. Daraus folgt die wichtigste Regel der privaten Altersvorsorge: früh anfangen schlägt viel sparen.
Breit gestreute Welt-ETFs (z. B. MSCI World, FTSE All-World) erzielten historisch durchschnittlich 7 – 8 % pro Jahr vor Inflation und Kosten. Die Bundesbank verweist in ihrer Monatsstatistik auf vergleichbare Werte. Nach durchschnittlich 2 % Inflation und 0,2 % TER bleiben real etwa 5 – 6 % übrig, nach 25 % Kapitalertragsteuer plus Soli rund 4 – 4,5 %. Für seriöse Planung sollten Sie mit 5 – 6 % nominal oder 3 – 4 % real rechnen.
Inflation nagt am realen Kaufkraftgewinn. Bei 5 % nominaler Rendite und 2 % Inflation liegt die reale Rendite bei etwa 2,94 % (1,05 ÷ 1,02 − 1). 10.000 € werden so nach 20 Jahren nominal zu 26.533 €, real aber nur zu 17.878 €. Der Rechner zeigt auf Wunsch beide Werte. Faustregel: Solange der Zinssatz über der Inflationsrate liegt, gewinnen Sie real – liegt er darunter (wie beim Tagesgeld 2021 – 2022), verlieren Sie trotz Zinsen Kaufkraft.
Die Abgeltungsteuer bleibt bei 25 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag (effektiv 26,375 %) und ggf. 8 oder 9 % Kirchensteuer. Der Sparer-Pauschbetrag liegt 2026 bei 1.000 € pro Person (2.000 € bei Zusammenveranlagung). Die Vorabpauschale auf thesaurierende ETFs bleibt erhalten, der Basiszins wird jährlich neu festgelegt. Für 2026 sind rund 2,5 % Basiszins zu erwarten – das ergibt bei 100.000 € ETF-Depot eine Vorabpauschale von etwa 1.750 € zu versteuern.
Die „72-Regel“ liefert eine schnelle Schätzung: Verdopplungszeit ≈ 72 ÷ Zinssatz. Bei 6 % also rund 12 Jahre, bei 4 % rund 18 Jahre, bei 3 % rund 24 Jahre. Exakt wäre 72,18 ÷ Zinssatz für kleine Zinsen, ab 10 % weicht die Regel zunehmend ab. Der Rechner liefert das mathematisch exakte Verdopplungsjahr auf den Tag genau – in der Praxis reicht die 72-Regel aber für Gespräche und Bauchgefühl.
Wer die Sparrate um die Inflationsrate erhöht (Dynamik), kompensiert den Kaufkraftverlust. Bei 150 € monatlich und 2,5 % jährlicher Erhöhung zahlen Sie nach 20 Jahren 246 € ein – das hält den realen Sparfluss konstant. Über 30 Jahre bei 6 % Rendite ergeben sich so 211.000 € statt 150.000 € ohne Dynamik. Viele Rechner bieten eine „dynamische Sparrate“ an – der Zinseszinseffekt wird dadurch erheblich verstärkt.
Der Rechner arbeitet nach der international gültigen Zinseszinsformel IEEE 754 double precision und rundet erst im letzten Schritt auf zwei Nachkommastellen. Er unterstützt verschiedene Zinsperioden (jährlich, halbjährlich, quartalsweise, monatlich) und lineare oder dynamische Sparraten. Abweichungen zu echten Bankprodukten entstehen nur durch (1) Kontoführungsgebühren, (2) unterjährige Zinsverrechnung bei Rentenzahlungen und (3) Kapitalertragsteuer – die Sie im Rechner über das Steuerfeld separat berücksichtigen können.

Ohne Gewaehr. Alle Angaben sind unverbindlich und ersetzen keine professionelle Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Der Betreiber ist keine Rechtsanwaltskanzlei, Steuerberatungs- oder Finanzdienstleistungsgesellschaft i.S.d. RDG / StBerG / KWG.

Letzte Aktualisierung: April 2026 | Quellen: Bundesbank – Zinsstatistik Privatkunden, § 20 EStG – Kapitalerträge und Abgeltungsteuer, § 18 InvStG – Vorabpauschale auf thesaurierende Fonds, Verbraucherzentrale – Sparpläne und ETF