Rechner Welt

Rentenlücken-Rechner 2026

Stand April 2026

Bei einem aktuellen Nettoeinkommen von 2.500 € und einer Bedarfsquote von 80 % brauchen Sie im Ruhestand 2.000 € pro Monat. Die durchschnittliche gesetzliche Nettorente liegt bei rund 1.250 € – Ihre Rentenlücke beträgt also 750 € monatlich. Über 25 Rentenjahre summiert sich das auf 225.000 €. Bei 30 Jahren Sparzeit und 6 % ETF-Rendite reichen rund 190 € Sparrate pro Monat, um diese Lücke zu schließen.

15.000,00 €120.000,00 €
5 Jahre50 Jahre
500,00 €5.000,00 €
0,00 €2.000,00 €

Monatliche Rentenluecke

826,57 €

Gesetzliche Rente
1.473,43 €
Zusatzvorsorge
- 200,00 €
Rentenluecke
- 826,57 €
Wunscheinkommen2.500,00 €/Mon.
Gesetzliche Rente (geschaetzt)1.473,43 €/Mon.
Zusatzvorsorge200,00 €/Mon.
Versorgungsquote66.9%
Benoetigtes Kapital (~20 J.)198.377,00 €

Wie groß ist Ihre geschätzte Rentenlücke?

So funktioniert der Rentenlücken-Rechner

Der Rechner ermittelt in drei Schritten Ihre persönliche Versorgungslücke: Erstens berechnet er den Bedarf im Alter aus Ihrem letzten Netto und einer Bedarfsquote (Standard 80 %). Zweitens zieht er die voraussichtliche gesetzliche Nettorente ab. Drittens übersetzt er die Lücke in das nötige Endkapital und die monatliche Sparrate.

Inflation und Lohnsteigerung werden eingerechnet, sodass das Ergebnis in heutiger Kaufkraft steht. So vergleichen Sie Äpfel mit Äpfeln – die 700 € Lücke heute sind in 30 Jahren nominal rund 1.267 € (bei 2 % Inflation), aber gleich viel Kaufkraft.

Formel für Lücke und Sparrate

Lücke = (Letztes Netto × Bedarfsquote) − Nettorente Endkapital = Lücke × 12 × Rentendauer (vereinfachte 4 %-Regel: × 300) Sparrate = Endkapital × i ÷ ((1+i)^n − 1)   mit i = Monatszins

Rechenbeispiel: Lücke 750 € → Endkapital nach 4 %-Regel: 750 × 300 = 225.000 €. Bei 30 Jahren Sparzeit und 6 % p.a. (= 0,5 % / Monat) ergibt die Annuitätenformel eine Sparrate von rund 224 €. Bei 8 % Rendite sinkt die Rate auf rund 151 €, bei 4 % steigt sie auf rund 326 €.

Rechenbeispiel: 35 Jahre alt, 2.500 € Netto

PositionWert
Aktuelles Nettoeinkommen2.500,00 €
Bedarfsquote (80 %)2.000,00 €
− Erwartete Nettorente−1.250,00 €
= Monatliche Lücke750,00 €
Nötiges Endkapital (25 Rentenjahre)225.000 €
Sparzeit bis 6732 Jahre
= Monatliche Sparrate (6 %)191,00 €

Rentenniveau 2026 – warum die Lücke wächst

  • Rentenniveau vor Steuern: 48 % (gesetzlich garantiert bis 2025). In den 1990er Jahren waren es noch 53 %.
  • Demografie: 2026 stehen rund 2,1 Beitragszahler je Rentner – 1990 waren es noch 4. Bis 2040 sinkt das Verhältnis weiter auf 1,5.
  • Lebenserwartung: Durchschnittliche Restlebenszeit mit 65 liegt bei rund 19 Jahren (Männer) bzw. 22 Jahren (Frauen) – Tendenz steigend.
  • Beitragssatz: Stabil bei 18,6 % bis Ende 2027 (gesetzliche Haltelinie). Danach steigt er voraussichtlich auf 21–22 % bis 2035.

Typische Fehler bei der Lückenplanung

  • Brutto statt Netto vergleichen. Die DRV nennt Bruttowerte. Nach Krankenversicherung und ggf. Steuer bleiben rund 80–85 % als Netto übrig.
  • Inflation ausblenden. Wer ohne Inflation rechnet, unterschätzt die Lücke um 30–60 % – je nach Restzeit.
  • Frührente nicht einrechnen. 0,3 % Abschlag pro Monat ergibt bei drei Jahren früher 10,8 % weniger Rente lebenslang.
  • Pflege ignorieren. Pflegegrad 4–5 verschlingt schnell 2.500 € / Monat zusätzlich. Hier hilft eine Pflegezusatzversicherung als Baustein.
  • Nur ein Vehikel nutzen. Ein Mix aus gesetzlicher Rente, ETF, Betriebsrente und ggf. Immobilie streut Risiken besser als 100 % Aktien oder 100 % Lebensversicherung.

Wege, die Lücke zu schließen

Der renditestärkste Weg für junge Sparer ist der breit gestreute ETF-Sparplan(z. B. MSCI World, ca. 6–7 % langfristige Rendite). Ergänzt um die Betriebsrente(mit mind. 15 % AG-Zuschuss nach § 1a BetrAVG) und – bei hohem Steuersatz – die Rürup-Rente ergibt sich ein robustes Drei-Säulen-Modell.

Familien mit zwei Kindern fahren mit Riester nach wie vor gut: 300 € Grundzulage plus 2 × 300 € Kinderzulage = 900 € pro Jahr Förderung bei 4 % Eigenbeitrag. Wer eine Immobilie kauft und bis Renteneintritt entschuldet, ersetzt die Kaltmiete durch Wohnen im Eigentum – das wirkt wie eine inflationsgeschützte Zusatzrente.

Beispielrechnungen

EingabeErgebnis
2.000 € Netto · 80 % Bedarf · 1.000 € Rente600 € Lücke
2.500 € Netto · 80 % Bedarf · 1.250 € Rente750 € Lücke
3.000 € Netto · 80 % Bedarf · 1.500 € Rente900 € Lücke
3.500 € Netto · 80 % Bedarf · 1.700 € Rente1.100 € Lücke
4.000 € Netto · 80 % Bedarf · 1.900 € Rente1.300 € Lücke
5.000 € Netto · 80 % Bedarf · 2.100 € Rente1.900 € Lücke

Haeufige Fragen

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen Ihrem letzten Nettoeinkommen vor Renteneintritt und Ihrer voraussichtlichen Nettorente. Berechnung: gewünschtes Einkommen im Ruhestand (Faustregel 80 % des letzten Nettos) minus erwartete gesetzliche Nettorente. Beispiel: Letztes Netto 2.500 €, Bedarf 80 % = 2.000 €, Nettorente 1.300 € → Rentenlücke 700 € pro Monat. Auf 25 Rentenjahre hochgerechnet sind das 210.000 € fehlendes Kapital.
Das Rentenniveau liegt 2026 bei rund 48 % des Durchschnittsbruttos vor Steuern. Da das Netto im Berufsleben höher liegt als später, beträgt die typische Lücke 30–50 % des letzten Nettos. Bei 2.500 € Netto sind das 750–1.250 € Lücke pro Monat. Wer früher in Rente geht, viele Teilzeitjahre hatte oder unter Durchschnitt verdiente, hat eine deutlich größere Lücke.
Die Kaufkraft sinkt um etwa 2 % pro Jahr (EZB-Ziel). Eine Lücke von 700 € heute entspricht in 30 Jahren rund 1.267 € – Sie müssen also nominal mehr ansparen. Die gesetzliche Rente wird zwar angepasst (rentenwert-Anpassung), bleibt aber meist unter der Inflation. Deshalb sollten Sie die Lücke immer in heutiger Kaufkraft berechnen und beim Sparen mit realer Rendite (Rendite minus Inflation) planen.
Faustregel: Pro 100 € monatlicher Zusatzrente brauchen Sie ca. 25.000 € Kapital (4 %-Entnahmeregel). Bei 700 € Lücke also 175.000 €. Bei 30 Jahren Sparzeit und 6 % Renditeerwartung im ETF-Sparplan ergibt das eine Sparrate von rund 175 € pro Monat. Bei nur 20 Jahren steigen die nötigen Raten auf rund 380 €. Faustformel: Je 10 Jahre weniger Zeit verdoppelt sich die Sparrate.
ETF-Sparplan (renditestark, flexibel, Sparerpauschbetrag 1.000 €), Rürup-Rente (volle Steuerabzugsfähigkeit, ideal für Selbständige und Gutverdiener), betriebliche Altersvorsorge (Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 % nach § 1a BetrAVG), Immobilie (mietfreies Wohnen im Alter). Riester lohnt vor allem für Familien mit Kindern wegen Zulagen (300 € Grundzulage + 300 € pro Kind ab 2008). Mischen reduziert das Klumpenrisiko.
So früh wie möglich – der Zinseszins ist das mächtigste Werkzeug. Beispiel: 100 € / Monat über 40 Jahre bei 6 % Rendite ergeben rund 200.000 €. Dieselbe Summe über 20 Jahre verlangt rund 430 € Sparrate – mehr als das Vierfache. Wer mit 25 startet statt mit 45, halbiert in vielen Szenarien die nötige Belastung pro Monat.
Das Rentenniveau (vor Steuern) ist das Verhältnis der Standardrente nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst zum aktuellen Durchschnittsverdienst. Es lag 2000 bei rund 53 %, 2026 bei 48 % – Tendenz fallend. Ursachen: demografischer Wandel, längere Lebenserwartung, weniger Beitragszahler je Rentner. Stabilisierung bei 48 % ist gesetzlich bis 2025 garantiert (Rentenpaket II), darüber hinaus politisch umstritten.
Der Rechner verwendet die offiziellen Rentenformeln nach § 64 SGB VI mit dem aktuellen Rentenwert 40,79 €. Lohnsteigerung wird mit 2,5 % p.a. unterstellt, Inflation mit 2,0 % – beides anpassbar. Abweichungen ergeben sich durch tatsächliche Rentenanpassungen, individuelle Erwerbsbiografie und reale Rendite Ihrer Anlagen. Die DRV-Renteninformation bleibt verbindlich; dieser Rechner ist für die Lücken-Planung gedacht.
Immer in Netto. Die gesetzliche Rente unterliegt der Steuer (84 % steuerpflichtig bei Renteneintritt 2026), Krankenversicherung (8,55 % KVdR + Zusatzbeitrag) und Pflegeversicherung (3,6 %). Aus 1.500 € Brutto werden so etwa 1.275 € Netto vor Steuer. Auch private Renten oder Auszahlungen aus ETFs werden teilweise besteuert (Vorabpauschale, Abgeltungsteuer). Nur die Netto-Sicht zeigt den wirklichen Bedarf.
Eine selbst genutzte, abbezahlte Immobilie reduziert die Lücke deutlich, weil die Wohnkosten von 30–40 % des Budgets auf reine Nebenkosten und Instandhaltung sinken (rund 1 % des Verkehrswerts pro Jahr). Bei einer Wohnkaltmiete von 800 € entlastet das die Rentenkasse rein rechnerisch um rund 600–700 € / Monat. Umgekehrt: Wer im Alter zur Miete wohnt, sollte die Mietsteigerung von 1,5–2,5 % p.a. einplanen.

Ohne Gewaehr. Alle Angaben sind unverbindlich und ersetzen keine professionelle Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Der Betreiber ist keine Rechtsanwaltskanzlei, Steuerberatungs- oder Finanzdienstleistungsgesellschaft i.S.d. RDG / StBerG / KWG.

Letzte Aktualisierung: April 2026 | Quellen: § 154 SGB VI – Rentenniveau und Beitragssatz, DRV – Renteninformation verstehen, BMAS – Rentenversicherungsbericht, Verbraucherzentrale – Altersvorsorge planen