Gehaltserhöhungs-Rechner 2026
Stand April 2026Bei 4.000 € brutto und 5 % Erhöhung (+200 €) in Steuerklasse I bleiben netto rund 108 € mehr pro Monat – das sind 54 % der Bruttoerhöhung. Bei 6.000 € brutto und 5 % sinkt der Nettoanteil auf 48 %, weil der Grenzsteuersatz ca. 38 % beträgt. Oberhalb der BBG-RV (8.450 €/Monat West, 2026) steigt der Nettoanteil wieder über 55 %, weil keine Sozialabgaben mehr anfallen. Inflationsausgleich 2026: ca. 2,3 %.
Netto-Zugewinn monatlich
275,66 €
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So funktioniert der Gehaltserhöhungs-Rechner
Der Rechner zeigt, wie viel von einer Gehaltserhöhung tatsächlich netto ankommt. Dazu berechnet er das bisherige Netto und das Netto nach Erhöhung separat und weist die Differenz aus. Wichtig ist der Grenzsteuersatz: Er gibt an, wie viel Steuern auf jeden zusätzlichen Euro anfallen. In der Progressionszone liegt er zwischen 14 % (Grundfreibetrag) und 42 % (Spitzensteuersatz ab 68.481 € zvE), zusammen mit Sozialabgaben ergibt sich die „Netto-Quote“.
Zusätzlich vergleicht der Rechner alternative Vergütungsformen wie Sachleistungen oder betriebliche Altersvorsorge – diese können netto mehr bringen als eine reine Bruttoerhöhung.
Formel und Grenzsteuersatz
Netto-Differenz = Netto(neu) − Netto(alt) Netto-Quote = Netto-Differenz ÷ Brutto-Erhöhung Grenzsteuersatz = Einkommensteuer(neu) − Einkommensteuer(alt) ÷ Brutto-ErhöhungRechenbeispiel: 4.000 € → 4.200 €, Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer. Lohnsteuer steigt um ca. 66 €, Soli 0 €, Sozialabgaben um 41 €. Summe: 107 € Abgaben auf 200 € Plus. Netto bleiben 93 € monatlich – die Netto-Quote beträgt 46,5 %. Bei jährlich 1.116 € mehr netto muss die Erhöhung mindestens 2,3 % (Inflation) übersteigen, damit die Kaufkraft steigt.
Rechenbeispiel: 5 % Erhöhung über Einkommensstufen
| Bisher brutto | +5 % brutto | Netto-Plus | Netto-Quote |
|---|---|---|---|
| 2.500 € | +125 € | +71 € | 57 % |
| 3.500 € | +175 € | +94 € | 54 % |
| 5.000 € | +250 € | +128 € | 51 % |
| 7.000 € | +350 € | +168 € | 48 % |
| 9.000 € (über BBG) | +450 € | +257 € | 57 % |
Werte für Steuerklasse I, keine Kirche, West-Bundesland. Der Sprung bei 9.000 € brutto entsteht, weil die Rentenversicherungs- und ALV-Beiträge oberhalb der BBG wegfallen (BBG-RV West 2026: 8.450 €/Monat).
Was ändert sich 2026?
- Grundfreibetrag: 12.348 € (2025: 12.096 €) – bei niedrigem Einkommen bleibt mehr steuerfrei.
- Tarifverschiebung: Alle Tarifgrenzen um rund 2,6 % angehoben. Der Spitzensteuersatz (42 %) beginnt erst ab 68.481 € zvE (2025: 66.761 €).
- BBG-RV West: 8.450 €/Monat (2025: 8.050 €) – Gehaltserhöhungen in diesem Bereich bringen weniger Netto als im Vorjahr, weil Sozialabgaben länger wirken.
- Keine Inflationsausgleichsprämie mehr – die bis Ende 2024 steuerfreie IAP von 3.000 € ist ausgelaufen. Einmalzahlungen sind 2026 wieder voll steuerpflichtig.
- Tarifabschlüsse 2026: Öffentlicher Dienst +3 %, Metall +1,7 %, Banken +2,9 %, Einzelhandel +3,2 %. In Mangelberufen (IT, Pflege, Bau) sind Einzelerhöhungen von 5–8 % üblich.
Typische Fehler bei Gehaltsverhandlungen
- Inflation vergessen: 3 % Erhöhung bei 2,3 % Inflation bringen nur 0,7 % Realplus. Wer darunter liegt, verliert real Kaufkraft.
- Brutto vs. Netto verwechseln: Von 200 € Bruttoplus kommen meist nur 90–110 € netto an. Wer mit dem Brutto rechnet, wird enttäuscht.
- Sachleistungen ignorieren: Jobticket, Jobrad, bAV und Essenszuschuss können netto deutlich mehr bringen als eine reine Bruttoerhöhung.
- Grenzsteuersatz unterschätzen: Ab 68.481 € zvE greift 42 % plus Sozialabgaben – netto bleiben nur noch 35–40 % der Erhöhung.
- Langfristige Effekte ignorieren: Jede Erhöhung wirkt über Jahre weiter und erhöht Rentenpunkte. Kleine Erhöhungen früh im Berufsleben bringen über 30 Jahre mehr als späte große Sprünge.
Verhandlungsargumente 2026
Bereiten Sie sich mit belastbaren Zahlen vor: Marktvergleich aus Stepstone, XING, Kununu oder dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit; Leistungsnachweise (Projekterfolge, übernommene Verantwortung, Fortbildungen); Inflationsbezug (2026: ca. 2,3 %, untere Grenze für Kaufkrafterhalt). Bei Tarifbeschäftigten ist die Stufenzuordnung oft verhandelbar – ein Wechsel von Stufe 3 auf 4 im TV-L bringt ca. 300–450 € / Monat.
Wenn der Arbeitgeber keine Gehaltserhöhung anbieten kann, fragen Sie nach alternativen Bausteinen: zusätzlicher Urlaubstag (1 Tag = ca. 0,4 % Gehaltswert), Jobticket, Gesundheitsbudget 600 €/Jahr, Homeoffice-Erhöhung, bezahlte Fortbildung, Dienstrad. Diese Zusatzleistungen sind oft steuerbegünstigt und kostenneutraler für den Arbeitgeber – dadurch leichter zu genehmigen.
Beispielrechnungen
| Eingabe | Ergebnis |
|---|---|
| 3.000 € → 3.150 € (+5 %) | +84 € netto/Monat (56 %) |
| 4.000 € → 4.200 € (+5 %) | +108 € netto/Monat (54 %) |
| 5.000 € → 5.250 € (+5 %) | +128 € netto/Monat (51 %) |
| 6.000 € → 6.300 € (+5 %) | +144 € netto/Monat (48 %) |
| 9.000 € → 9.450 € (+5 %) · über BBG | +255 € netto/Monat (57 %) |
| 4.000 € → 4.050 € · bAV-Umwandlung | Nur 25 € weniger netto, 50 € bAV |
Haeufige Fragen
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Letzte Aktualisierung: April 2026 | Quellen: § 32a EStG – Einkommensteuertarif 2026, Statistisches Bundesamt – Verdienste und Arbeitskosten, BMAS – Rechengrößen Sozialversicherung 2026, Inflationsausgleichsgesetz